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Zementsorten für optimale Eigenschaften von Spritzbeton



Bauteile aus unbewehrten oder bewehrten Beton, sowie Stahlbeton, jeweils mit geschlossenem Gefüge, können auch im Spritzverfahren hergestellt werden. Die Anwendung von Spritzbeton erstreckt sich über das gesamte Bauwesen. Der Einsatz ist vor allem dort zielführend, wo besondere Bedingungen vorliegen, wie:

- Entfall der Schalung
- Aufbringen dünner Schichten
- Anforderungen an die Frühfestigkeit
- Spezielle Baumethoden

Angewendet werden dabei das Trocken- oder Nassspritzverfahren mit und ohne Erstarrungsbeschleuniger, aber auch Verfahren mit Spritzbindemittel.

Spritzbeton ist aus den vorgesehenen Betonbestandteilen (Zement, Zusatzstoffe, Spritzbindemittel, Gesteinskörnungen, Fasern, Wasser und Zusatzmittel) so zusammenzusetzen, dass unter den zu erwartenden Verhältnissen auf der Baustelle ein fachgerechter Auftrag möglich ist und die geforderten Eigenschaften mit Sicherheit erreicht werden.

Hinsichtlich der Festigkeitsentwicklung werden bei Spritzbeton die Festigkeitsklassen SpC, festgelegt durch die 28-Tage-Druckfestigkeit (z.B SpC 20/25), und die Frühfestigkeitsklassen J1, J2 und J3 bis zum Alter von 24 Stunden, definiert.

Zusätzlich zu berücksichtigen sind die Spritzbetonklassen und Überwachungskategorien hinsichtlich Güteeigenschaften und Dauerhaftigkeit, und zwar:

SpC …/I geringe Anforderungen
SpC …/II übliche Anforderungen, Regelfall
SpC …/III besondere Anforderungen

Die Festigkeitsanforderungen des Spritzbetons werden ganz wesentlich von der verwendeten Zementsorte beeinflusst, wobei gemäß ÖVBB-Richtlinie Spritzbeton Zemente nach ÖNORM EN 197-1, die zusätzlich bestimmte Anforderungen gemäß ÖNORM B 3327-1 erfüllen müssen, verwendet werden. Für Zemente die nicht gemäß ÖNORM B 3327-1 überwacht sind werden in der ÖVBB Richtlinie Spritzbeton zusätzliche Anforderungen festgelegt.

Die Tunnelzemente aus unseren Werken Wietersdorf [CEM II/A-M(S-L)42,5 R WT 38 (TZ)] und Peggau [CEM II/A-L 42,5 R WT42 (TZ)] entsprechen allen Anforderungen und sind daher für die Herstellung von Spritzbeton optimal geeignete Zemente.

Als Spritzbindemittel, vor allem für die Herstellung von Trockenspritzbeton, werden Durocem T und Durocem FT erzeugt, für die die Anforderungen an Spritzbindemittel gemäß der ÖVBB Richtlinie Spritzbeton erfüllt werden.

Ergänzend zu den laut Normen und Richtlinie geforderten Produkteigenschaften wird bei der Herstellung dieser Zemente und Bindemittel auf bestimmte Parameter besonders geachtet, wie etwa Klinkerzusammensetzung und Kristallmodifikation des Klinkers, Art und Wirkung des Sulfatträgers, Kornverteilung und Mahlfeinheit, aber auch die exakte Abstimmung von Art und Menge des Chromatreduktionsmittels.

Zur Beurteilung bestimmter Eigenschaften der Zemente, vor allem im Zusammenwirken mit den für die Herstellung von Spritzbeton üblichen Betonzusatzmitteln, wurden im Labor neue Untersuchungsmethoden entwickelt, die zur Anwendung des Spritzbetons gute Korrelationen ergeben.

Bei der Anwendung von Spritzbeton in der Praxis können trotzdem Schwankungen auftreten, die aber auch von den übrigen Betonbestandteilen, der Verarbeitung und vor allem der Temperatur beeinflusst werden.
Eine intensive Zusammenarbeit aller am Spritzbeton beteiligten Partner und vor allem das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge sollen helfen, einen geeigneten Spritzbeton für die jeweilige Anwendung zu liefern.

Für ausführliche Informationen kontaktieren sie unsere Verkaufsmannschaft (j.stabentheiner@wup.baumit.com; w.pagger@wup.baumit.com)